Auch in Augsburg, das die Leinestädter mit einer Übernachtung in Ingolstadt erreicht hatten, standen dem Trainergespann Hans Zach & Christian Künast alle Akteure zur Verfügung. Travis Scott stand im Tor, während Marvin Krüger als 23. Spieler und Youri Ziffzer als dritter Torhüter auf der Tribüne des altehrwürdigen Cut-Frenzel-Eisstadions Platz nahmen. Die Partie begann erwartungsgemäß. Unter der frenetischen Anfeuerung des eigenen Anhangs begannen die Hausherren sehr druckvoll, Hannover versuchte durch Konter gezielte Nadelstich zu setzen und hatte nach knapp elf Minuten auch Erfolg damit. Adam Mitchell schlenzte die Scheibe vor das Tor von Dennis Endras, Chris Herperger hielt die Kelle hin und die Scheibe kullerte durch die Schoner von Endras zum 0:1 in die Maschen des Augsburger Gehäuses. Mit der Führung im Rücken taten sich die Gäste wesentlich leichter. Zwar drückte der AEV weiter auf das Tor von Travis Scott, aber die Scorpions standen hinten sehr sicher und konnten einige Konter fahren, es blieb letztlich jedoch beim 0:1 nach 20 Minuten. Der zweite Abschnitt begann deutlich ausgeglichener und mit Chancen auf beiden Seiten, erst eine Strafe gegen Adam Mitchell brachte Augsburg das Übergewicht auf dem Eis zurück. Doch auch in diesem Drittel war es ein Konter, der den Gäste ein Tor bescherte. Tore Vikingstad brachte den Puck hinter dem Tor stehend nach vorne, Thomas Dolak legte sie quer und David Wolf stand goldrichtig und beförderte die Hartgummischeibe in Tor der Schwaben. Die Stille im Stadion in den Folgeminuten zeigte wohl am Allermeisten, was die Scorpions in den ersten knapp 27 Minuten in Augsburg erreicht hatten. Doch es blieb leider nicht dabei. Als Ben Cottreau nach einer fragwürdigen Strafzeit in der Kühlbox saß traf Darin Olver zum 1:2 (30.). Die Partie war wieder offen und die Kulisse im Curt-Frenzel-Eisstadion wieder da. Hannover überstand die folgende Drangphase unbeschadet und auch nach 40 Minuten lagen die Zach-Schützlinge weiter mit einem Tor in Führung. Die Geschichte des letzten Abschnittes ist dann schnell erzählt. Augsburg drückte auf den Ausgleich, scheiterte aber immer wieder an der vielbeinigen Abwehr der Scorpions sowie an einem überragenden Travis Scott, Augsburg wiederum hatte zwei Mal Glück als Tore Vikingstad nach einem Alleingang an Dennis Endras und Rainer Köttstorfer mit einem Schlagschuss an der Latte scheiterten. Gut zwei Minuten vor Ende der Partie fiel der nicht unverdiente Ausgleich dann doch - Collin Murphy überwand Travis Scott und sorgte so für Jubelstürme auf den Rängen und die Verlängerung auf dem Eis. In der Overtime spielte dann aber nur noch ein Team und nach genau 90 Sekunden zählte sich das aus. Einen mustergültig vorgetragenen Angriff über Sascha Goc und Tore Vikingstad schloss Thomas Dolak mit dem nach eigener Aussage "wichtigsten Tor meiner Karriere" zum 2:3-Siegtreffer ab. Während auf Augsburger Seite das Entsetzen und die Enttäuschung riesengroß war, hatten sich die Scorpions drei Matchbälle erarbeitet. Den ersten zu nutzen gilt es nun bereits am Sonntag Nachmittag vor heimischer Kulisse in der ausverkauften TUI Arena ab 14.30 Uhr. Augsburger Panther - Hannover Scorpions 2:3 (0:1, 1:1, 1:0, 0:1) n.V. Tore: 0:1 Herperger (Mitchell - 10:43 Min.), 0:2 Wolf (Dolak, Vikingstad - 26:35 Min.), 1:2 Olver (Murphy, Kemp - 29:48 Min. - PP1), 2:2 Murphy (Olver, Engelhardt - 57:32 Min.), 2:3 Dolak (Vikingstad, S. Goc - 61:30 Min. - GWG) Strafen: Augsburg 4, Hannover 6 Schiedsrichter: Rick Looker / Martin Reichert Zuschauer: 7.774 (ausverkauft) |