Erstmals in den Play-offs 2010 musste das Trainergespann Hans Zach & Christian Künast vor der vierten Partie zwischen Hannover und Nürnberg die Aufstellung ändern. Thomas Dolak, der krankheitsbedingt bereits gestern im Abschlusstraining fehlte, reiste erst gar nicht mit in die fränkische Metropole, blieb aber zum Glück der einzige Ausfall bei den Leinestädtern. Für Thomas Dolak nahm Ben Cottreau den Platz in der zweiten Sturmformation ein, die dritte Sturmformation bestand heute aus Sachar Blank, Tino Boos & Garrett Festerling und in der vierten Reihe spielten Niki Mondt, Martin Hlinka & David Wolf. Zu seinem ersten Play-off-Einsatz kam durch Dolaks Ausfall Marvin Krüger, der bislang als 23. Spieler außen vor blieb. Das Tor der Gäste hütete auch am Ostermontag Travis Scott.
Eines war den Scorpions am heutigen Montagnachmittag anzumerken, sie wollten sich auf keinen Fall in den ersten Minuten überraschen lassen um so den Gastgebern noch mehr Selbstbewusstsein. Entsprechend begannen die Gäste ihrerseits offensiv und ließen die Ice Tigers so erst gar nicht ins Spiel kommen. Nach einigen Minuten entwickelte sich dann allerdings das vermutete Spiel. Nürnberg drängte und die Scorpions standen tief, waren jedoch im ersten Abschnitt zu jeder Zeit Herr der Lage. Sehr konzentriert verteidigten die Gäste mit einfachem Eishockey in der eigenen Zone und versuchten zudem gezielte Nadelstiche nach vorne zu setzen. Während Nürnberg nur vereinzelt zu Chancen kam, die Travis Scott allesamt sicher zu Nichte machte, funktionierte das Konterspiel zunächst noch nicht. Erst langsam entwickelten die Niedersachsen mehr Gefahr nach vorne und hatten kurioserweise ihre größte Möglichkeit, als Nürnberg mit einem Mann mehr auf dem Eis stand. Doch Ben Cottreau scheiterte mit einem Alleingang an Patrick Ehelechner, der heute wieder den Vorzug vor Jimmy Waite erhalten hatte. Diese Möglichkeit wirkte sich dennoch positiv auf die Angriffsbemühungen der Leinestädter aus, die danach deutlich gefährlicher wirkten und mit etwas mehr Glück und Entschlossenheit gar mit 0:1 hätten in Führung gehen können, so aber blieb es beim torlosen 0:0 nach 20 Minuten.
Das zweite Drittel begann nicht mit dem erwarteten Angriffswirbel, die Scorpions verteidigten weiterhin sehr geschickt und konnten nun immer mehr Nadelstiche in Form von gezielten Kontern gegen die Thomas Sabo Ice Tigers setzen. Einzig das Tor wollte für die Gäste nicht fallen, die mit einer Führung im Rücken sicherlich deutlich entspannter hätten spielen können. So aber nutzen die Gastgeber die zweite sich ihnen an diesem Nachmittag bietende Powerplaychance und trafen nach knapp der Hälfte der regulär zu spielenden Zeit durch einen Schlagschuss von Shane Peacock zum 1:0. Mit der Führung im Rücken wurde der Druck der Gastgeber schlagartig wieder größer und Travis Scott hatte einiges zu tun, die Scorpions im Spiel zu halten. Als in Person von Niki Mondt und Ben Cottreau nach gut 32 Minuten aber gleich zwei Niedersachsen auf die Strafbank mussten, war auch Scott machtlos. Genau 14 Sekunden benötigten die Franken mit zwei Mann mehr auf dem Eis um Brad Leeb freizuspielen, der dann keine Mühe mehr hatte, das 2:0 zu erzielen. Nürnberg war damit klar im Vorteil, doch die Gäste gaben keinesfalls auf und wollten noch im Mittelabschnitt den Anschlusstreffer. Doch Patrick Ehelechner zeigte aus Sicht der Hausherren genau zur richtigen Zeit zwei tolle Saves gegen Chris Herperger, sodass beim Stand von 2:0 zugunsten der Gastgeber zum zweiten Mal an diesem Nachmittag die Seiten gewechselt wurden.
Auch zu Beginn des letzten Abschnittes waren es sofort wieder die Scorpions, die dort aufhörten, wo sie zum Ende des Mitteldrittels durch die Pausensirene gestoppt wurden. Mit viel Einsatz und Kampfgeist spielten die Scorpions nach vorne und wurden nach gut fünf Minuten auch dafür belohnt. Auf Zuspiel von Niki Mondt und Martin Hlinka traf Chris Herperger zum 2:1-Anschlusstreffer und sorgte damit für noch größere Spannung in der Schlussphase. Doch auch die Hausherren ließen sich durch das Gegentor nicht aus der Ruhe bringen und nach gut 50 Minuten war der alte Abstand wieder hergestellt. Björn Barta spazierte durchs komplette Angriffsdrittel und schob die Scheibe zum 3:1 ein. Allerdings wurde der Treffer erst nach Studie des Videobeweises gegeben, da Travis Scott, regelwidrig oder eben auch nicht, die Sicht versperrt wurde. Die Scorpions ließen sich auch durch das neuerliche Gegentor nicht aus dem Konzept bringen, allein die Zeit und eine defensiv sehr sicher stehende Mannschaft der Ice Tigers sprachen immer mehr gegen eine Rückkehr der Scorpions in diese Partie. Knapp zwei Minuten vor Ende der Partie nahm Hans Zach noch eine Auszeit und nahm Travis Scott vom Eis, doch die Ice Tigers brachten das Spiel über die Zeit und trafen fünf Sekunden vor dem Ende in Person von Adrian Grygiel zum 4:1 ins leere Tor der Scorpions.
Die Serie zwischen den Hannover Scorpions und den Thomas Sabo Ice Tigers steht damit 2:2-Unentschieden und erst Spiel 5 muss über den Sieger und den Einzug ins Play-off Halbfinale entscheiden. Die Partie findet am Mittwoch, den 07. April um 19.30 Uhr in der heimischen TUI Arena statt und Tickets für die Partie gibt es ab sofort hier.
Thomas Sabo Ice Tigers - Hannover Scorpions 4:1 (0:0, 2:0, 2:1)
Tore: 1:0 Peacock (Leask, Barta - 09:32 Min. - PP1), 2:0 B. Leeb (Barta, Peacock - 33:16 Min. - PP2), 2:1 Herperger (Mondt, Hlinka - 45:22 Min.), 3:1 Barta (G. Leeb, B. Leeb - 50:11 Min.), 4:1 Grygiel (Nasreddine, Ancicka - 59:55 Min. - ENG)
Strafen: Nürnberg 4, Hannover 10
Schiedsrichter: Heiko Dahle / Georgij Jablukov
Zuschauer: 6.095
Play-off-Stand: Hannover - Nürnberg 2:2 (Best-of-Five) |