Pünktlich zur entscheidenden Phase der Saison mussten die Hannover Scorpions am heutigen Freitagabend erstmals in der Saison 2009/2010 verletzungsbedingt auf keinen Akteur verzichten. Nachdem Chris Herperger bereits am zurückliegenden Sonntag gegen Mannheim sein Debüt feiern konnte, stand heute auch Garrett Festerling wieder im LineUp der Niedersachsen. Einzig Verteidiger Peter Baumgartner lief nicht für Hannover auf und unterstützte stattdessen Kooperationspartner Bremerhaven in den Play-downs der 2. Bundesliga in Freiburg. Im Tor der Hausherren begann Travis Scott, der vor zwei Tagen in Düsseldorf seinen dritten Shut-Out der Saison feiern konnte.
Und der Keeper der Scorpions war es auch, der das erste Drittel maßgeblich prägte. Zwar starteten die Scorpions wie die Feuerwehr und hatten auch die ersten Chancen der Partie, zum Ende des ersten Abschnittes war es jedoch Travis Scott, der das Unentschieden für Hannover sicherte. Insbesondere bei einem Penalty der Gäste, den Aris Brimanis vermeintlich verursachte, zeigte Scott bei einem Wahnsinnsreflex seine Stärke. Doch auch die Gastgeber versteckten sich keineswegs und waren gleichermaßen beteiligt an einem zumindest im ersten Drittel hochklassigen Spiel. Hohes Tempo, Chancen auf beiden Seiten und eine tolle Stimmung in der TUI Arena sorgten bereits am heutigen Abend für einen Vorgeschmack auf die Play-offs. Dass es nach 20 Minuten dennoch 0:0 stand lag neben Travis Scott auch an dessen Gegenüber Daniar Dshunussow, der ebenfalls eine ganze Reihe bester Möglichkeiten der Leinestädter entschärfte.
Im zweiten Drittel ein ähnliches Bild. Beide Teams gingen ein extrem hohes Tempo und jeder einzelne Besucher musste sein Kommen keinesfalls bereuen. Einen ersten Siedepunkt erreichte die Stimmung dann nach gut 26 Minuten, als Aris Brimanis die Scheibe in Überzahl zum 1:0 in die Wolfsburger Maschen hämmerte. Die Gastgeber gewannen durch die Führung noch mehr an Sicherheit und spielten teilweise tolle Kombinationen, den Gäste blieb vielfach nur das Nachsehen bzw. wussten sich die Grizzly Adams mehrfach nur durch Strafen zu helfen. Einziges Manko bei den Gastgebern: Bei etwas konsequenterem Auftreten vor dem Tor der Gäste wäre ein zweiter Treffer durchaus drin gewesen, insbesondere André Reiss verfehlte nach knapp 35 gespielten Minuten aus allerdings spitzem Winkel das halbleere Tor. Die Gäste blieben dennoch zu jederzeit durch Konter gefährlich, doch jeder Hannoveraner arbeitete erneut toll nach hinten um Travis Scott so die nötige Unterstützung zu geben.
Die Geschichte des letzten Drittels ist dann schnell erzählt. Die Gäste bauten von Minute zu Minute mehr Druck auf, Hannover hatte allerdings auch gute Konterchancen und kassierte am Ende noch den Ausgleich. Die Art und Weise wie dieses Tor fiel, war aber denkbar unglücklich. Als Niki Mondt auf der Strafbank saß und Wolfsburg ohne Keeper mit sechs Feldspielern auf dem Eis stand, war es Kai Hospelt, der genau eine Sekunde vor Spielende durch die Schoner des in dieser Szene sehr unglücklichen Travis Scott hindurch zum 1:1 für Wolfsburg traf.
In der fälligen Überzahl fiel kein weiteres Tor und so musste das Penaltyschießen entscheiden. Einmal mehr konnte kein Hannoveraner seinen Penalty verwandeln, Wolfsburg Kai Hospelt traf dagegen und sicherte seinem Team so den Zusatzpunkt. Während Wolfsburg damit einen Platz unter den ersten Drei sicher hat, geht es für Hannover am Sonntag in Ingolstadt noch einmal um alles, denn von aktuell Rang vier bis sieben ist noch alles möglich.
Hannover Scorpions - Grizzly Adams Wolfsburg 1:2 (0:0, 1:0, 0:1, 0:0) n.P.
Tore: 1:0 Brimanis (Dzieduszycki - 26:24 Min. - PP1), 0:1 Hospelt (Laliberte - 59:59 Min. - 6:4), 1:2 Hospelt (65:00 Min. - PS - GWG)
Strafen: Hannover 10, Wolfsburg 18 + 10 (Wurm)
Schiedsrichter: Martin Reichert / Stephan Bauer
Zuschauer: 7.096 |