Die Leinestädter waren bereits am Samstag nach dem Vormittagstraining nach Straubing aufgebrochen, mussten auf dem Weg dorthin allerdings erneut auf Tore Vikingstad, André Reiss (beide bei Olympia), Chris Herperger (Mittelfußbruch) und Garrett Festerling (Leiste) verzichten. Zudem waren Peter Baumgartner und Sergej Janzen nach Bremerhaven zurückgekehrt und standen den Hannoveranern auch nicht zur Verfügung.
Doch auch mit nur fünf etatmäßigen Verteidigern und elf Stürmern erwischten die Niedersachsen einen Start nach Maß. Thomas Dolak, der von Hans Zach als Mittelstürmer zwischen Ben Cottreau und Klaus Kathan eingesetzt wurde bediente in Zusammenarbeit mit Sascha Goc nach gut vier Minuten Ben Cottreau, der keine Mühe mehr hatte zum 0:1 einzuschießen. Bereits in der vorausgegangenen Überzahl nach früher Strafe gegen den Ex-Skorpion René Röthke hatten die Gäste gute Möglichkeiten zur Führung, scheiterten jedoch an Mike Bales im Tor der Hausherren. Erst langsam kamen auch die Gastgeber besser in die Partie, doch Travis Scott entschärfte im ersten Drittel alles was auf sein Tor kam. Und da auch Kapitän Tino Boos & Co. keine weitere Chance nutzen konnten, blieb es beim 0:1 nach den ersten 20 Minuten.
In den ersten Minuten des zweiten Drittels bestimmten Strafzeiten das Geschehen auf dem Eis. Jeweils zwei Mal mussten Spieler beider Teams in den ersten zehn Minuten in die Kühlbox, doch erst die vierte Strafe im Mittelabschnitt brachte das zweite Tor des Abends. Und wieder waren es die Gäste aus Hannover, die jubeln durften. Erneut legte Thomas Dolak, dieses Mal in Kombination mit Klaus Kathan in Überzahl auf und erneut traf Ben Cottreau zum mit 0:2. Das zweite Gegentor stachelte die Tigers noch einmal an. Mit viel Druck drängte Straubing in den Folgeminuten auf den Anschluss, doch Hannover hielt dem Druck der Gastgeber stand, auch eine Unterzahl nach Strafe gegen Thomas Dolak überstanden die Scorpions schadlos, sodass die Partie beim Stand von 0:2 in die zweite Drittelpause ging.
Und auch im letzten Drittel sah zunächst alles nach einem ungefährdeten Sieg der Scorpions aus, denn Ben Cottreau konnte nach knapp vier gespielten Minuten mit seinem dritten Tor des Abends auf 0:3 erhöhen – Sascha Goc hatte die Vorlage gegeben. Doch gut zwei Minuten später kam Straubing wie aus dem Nichts zum 1:3-Anschlusstreffer und plötzlich drehte die Partie. Nur eine Minute nach dem 1:3 traf William Trew zum 2:3 und als Brian Maloney nach gut 51 Minuten Travis Scott zum dritten Mal in diesem Drittel überwinden konnte, war die Partie wieder ausgeglichen. Doch damit nicht genug: Eric Meloche gelang in Minute 57 gar das 4:3 für Straubing und Hannover hatte eine 3:0-Führung binnen von 13 Minuten aus den Händen gegeben. Noch waren allerdings gut zwei Minuten zu spielen und die Scorpions fanden eine Antwort. Travis Scott hatte für einen sechsten Feldspieler Platz gemacht, Sascha Goc und Aris Brimanis legten auf für Matt Dzieduszycki, der tatsächlich zum 4:4 traf und die Verlängerung erzwang.
Die Overtime brachte trotz guter Möglichkeiten auf beiden Seiten kein Tor und damit auch keine Entscheidung, das Penaltyschiessen musste über den Zusatzpunkt entscheiden. Und wer außer Ben Cottreau sollte es an diesem Abend sein, der als einziger seinen Penalty verwandeln konnte und damit für den wichtigen Zusatzpunkt für die Hannover Scorpions sorgte.
Straubing Tigers – Hannover Scorpions 4:5 (0:1, 0:1, 4:2, 0:0) n.P.
Tore: 0:1 Cottreau (Dolak, S. Goc - 04:07 Min.), 0:2 Cottreau (Kathan, Dolak - 31:48 Min. - PP1), 0:3 Cottreau (S. Goc - 43:47 Min.), 1:3 Wilhelm (Stewart, Meloche - 45:22 Min.), 2:3 Trew (Maloney, Canzanello - 46:36 Min.), 3:3 Maloney (Mapletoft, Canzanello - 51:14 Min.), 4:3 Meloche (Cancanzello - 56:14 Min.), 4:4 Dzieduszycki (Brimanis, S. Goc - 58:19 Min. - 6:5), 4:5 Cottreau (65:00 Min. - PS - GWG)
Strafen: Straubing 6, Hannover 8
Schiedsrichter: Georgij Jablukov
Zuschauer: 3.810 |