Vor der Partie in der Bundeshauptstadt hatte sich die personelle Lage bei den Gästen nur wenig entspannt. Zwar kehrte mit Ben Cottreau ein Angreifer ins LineUp der Niedersachsen zurück, mit Garrett Festerling, Matt Dzieduszycki und Tino Boos mussten die Leinestädter aber weiterhin auf drei Offensivkräfte verzichten. Kein Wunder daher, dass Marvin Krüger weiter zur Unterstützung für Hannover am Puck war, Peter Baumgartner kehrte dagegen nach Bremerhaven zurück und für ihn rückte Rainer Köttstorfer wieder in die Verteidigung. Das Tor der Scorpions in Berlin hütete Travis Scott.
Und der Keeper der Gäste war es auch, der in den ersten Minuten zu tun bekam, denn nachdem die Gastgeber ohnehin sehr offensiv in die Partie gestartet waren und ein frühes Unterzahlspiel schadlos überstanden hatten, ermöglichten zwei Strafzeiten gegen Hannover weitere Möglichkeiten für Berlin. Doch eine toll aufgestellte Scorpions-Mannschaft und ein viel Ruhe ausstrahlender Keeper Scott verhinderten den Rückstand für Hannover. Thomas Dolak, der die zweite Strafzeit für Hannover abgesessen hatte war es dann nach gut zwölf Minuten, der die Führung für die Gäste einleitete. Hinter dem gegnerischen Tor luchste Dolak einem Eisbär die Scheibe ab, Tore Vikingstad bediente Klaus Kathan und der traf genau in den Winkel des Eisbären-Gehäuses zum 0:1. Für die Scorpions spielte dieser Treffer genau in die Taktik, denn fortan konnten sich die Niedersachsen noch mehr aufs Kontern konzentrieren und hatten damit prompt Erfolg. Gut 15 Minuten waren gespielt, als Martin Hlinka sich toll durchtankte, quer zu David Wolf passte und der aus gut einem Meter nur noch ins leere Tor einschieben musste. Die Gastgeber waren sichtbar geschockt und schafften es auch in den letzten fünf Minuten nicht, die Scorpions zu überwinden. Zu sicher standen die Gäste vor der eigenen Zone, sodass die 0:2-Führung nach 20 Minuten durchaus verdient war. Perfekt dann auch der Start ins zweite Drittel. Die Scorpions machten dort weiter, wo sie im ersten Abschnitt aufgehört hatten und nach nur 88 Sekunden hieß es 0:3. David Wolf, im ersten Drittel noch Torschütze, legte dieses Mal für André Reiss auf, der freistehend vor Rob Zepp diesem keine Chance ließ. Als Tore Vikingstad sechs Minuten später einen Schuss von Sascha Goc gar zum 0:4 in die Maschen ablenkte, schien die Partie bereits früh entschieden, doch die Gastgeber stehen nicht umsonst mit deutlichem Abstand an der Tabellenspitze. Dem 1:4-Anschlusstreffer von Steve Walker war allerdings ein Fehler von André Reiss vorausgegangen, wie dem auch sei, die Gastgeber waren zurück in der Partie. Erst recht nachdem Adam Mitchell nach 32 Minuten einen Alleingang vergab und Alexander Weiß im Gegenzug den Treffer zum 2:4 erzielen konnte, war die Partie wieder offen. Berlin drängte nun mit viel Macht auf das dritte Tor, doch selbst vier Minuten in Überzahl genügten nicht, um Hannover in diesem Drittel ein weiteres Mal zu überwinden. Dies wollten die Gastgeber logischerweise im letzten Abschnitt nachholen und drängten daher mit viel Offensivkraft auf den Anschlusstreffer. Hannover ließ sich jedoch in den ersten Minuten nicht aus der Ruhe bringen und spielte weiterhin sein Spiel, Travis Scott entschärfte was dennoch an Schüssen bis zu ihm durchdrang. Erst nach acht gespielten Minuten im Schlussabschnitt kam wieder mehr Bewegung in die Partie. Nach einem Foulspiel von David Wolf revanchierte sich Berlins Steve Walker und kassierte dafür eine Spieldauerdisziplinarstrafe, die folgende Überzahlsituation, zum Teil sogar mit zwei Mann mehr auf dem Eis, konnten die Scorpions allerdings nicht nutzen. Zwar brachte Thomas Dolak die Scheibe ins Berliner Tor, das Schiedsrichtergespann verweigerte dem Treffer wegen einer aktiven Bewegung Dolaks mit dem Schlittschuh Richtung Puck die Anerkennung aber zu recht. Und weil die Gäste in der Verteidigung Florian Busch viel zu wenig angriffen, stand es nach knapp 50 Minuten nur noch 3:4. Busch war durch das gesamte Drittel der Scorpions marschiert und hatte über die Fanghand von Travis Scott hinweg getroffen. Berlin verstärkte den Druck noch einmal, doch Hannover brachte die knappe Führung über die Zeit und konnte sich am Ende zu recht darüber freuen, in der O2-World weiter unbesiegt zu sein. Eisbären Berlin – Hannover Scorpions 3:4 (0:2, 2:2, 1:0) Tore: 0:1 Kathan (Dolak, Vikingstad - 12:16 Min.), 0:2 Wolf (Hlinka, Cottreau - 15:12 Min.), 0:3 Reiss (Wolf, Vikingstad - 21:28 Min.), 0:4 Vikingstad (S. Goc, Dolak - 27:24 Min.), 1:4 Walker (Rankel - 30:01 Min.), 2:4 A. Weiß (Roach, Walser - 32:09 Min.), 3:4 Busch (Felski, Walser - 49:24 Min.) Strafen: Berlin 11 + SD (Walker), Hannover 14 Schiedsrichter: Steffen Klau / Daniel Piechaczek
Zuschauer: 14.200 (ausverkauft)
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