Nur mit einem Rumpfkader waren die Leinestädter am Sonntag Vormittag per Zug nach Franken gereist, gleich auf fünf Spieler mussten die Hannoveraner verzichten. Neben den Langzeitverletzten Tino Boos (Reha nach Innenbandriss) und Ben Cottreau (Gehirnerschütterung) fehlten auch Garrett Festerling und Matt Dzieduszycki verletzungsbedingt, Tore Vikingstad war aufgrund seiner Spieldauerdisziplinarstrafe aus dem Krefeld-Spiel gesperrt. Da Hans Zach entsprechend auf sieben Verteidiger aber inklusive Marvin Krüger nur auf neun Stürmer zurückgreifen konnte, durfte Rainer Köttstorfer sein Glück einmal mehr in der Offensive versuchen, Peter Baumgartner rückte neben Patrick Köppchen in die Verteidigung. Das Tor der Scorpions hütete der in Krefeld glücklose Travis Scott. Kein Wunder also, dass die Gastgeber die fehlenden Spieler der Scorpions ausnutzen wollten und von der ersten Minute an Vollgas gaben. Zwar hatten die Hausherren deutlich mehr von der Partie und auch das Schussverhältnis sprach in der Anfangsphase klar zugunsten der Ice Tigers, die Gäste gaben jedoch keinen Zentimeter Eis verloren und kämpften in gewohnter Manier. Erst nach zehn Minuten, als Dan Spang nach einem bösen Foul an Adam Mitchell mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe vom Eis musste und die Scorpions fünf Minuten in Überzahl agieren konnten, kamen die Niedersachsen besser in die Partie. Doch ohne Matt Dzieduszycki, Tore Vikingstad und Adam Mitchell, der nach dem Foul zunächst in der Kabine genäht werden musste, blieb vieles im Powerplay der Gäste Stückwerk und die Franken überstanden die Unterzahl ohne Gegentreffer. Bei Gleichzahl auf dem Eis waren es in der Folgezeit dann wieder die Gastgeber, die dem Spiel ihren Stempel aufdrückten, doch ein überragenden Travis Scott im Tor der Scorpions verhinderte den Rückstand für seine Farben. Zwar mussten die Gäste auch im zweiten Drittel bekanntlich gleich auf fünf Stürmer - darunter drei Ausländer - verzichten, dennoch kamen die Scorpions besser in die Partie und erarbeiteten sich eine Reihe Chancen. Doch wie Travis Scott im Tor der Hannoveraner war auch Nürnbergs Keeper Patrick Ehelechner ein Meister seiner Klasse, sodass auch das zweite Drittel trotz hochklassigem Spiel und Chancen auf beiden Seiten ohne Tor blieb. Im dritten Drittel dann wieder das Bild aus dem ersten Abschnitt. Da Nürnberg fast während der gesamten 60 Minuten mit vier Reihen agierte, wurde der Kraftvorteil der Gastgeber von Minute zu Minute deutlicher. Doch die Scorpions legten eine unfassbare Einstellung an den Tag und verteidigten als ob es um ihr Leben ginge. Und wenn dennoch ein Schuss auf das Tor der Gäste kam, fischte Travis Scott alles weg, was auf sein Tor kam - eine überragende Leistung aller Scorpions-Akteure auf dem Eis, die nach 60 Minuten bereits mit einem Punkt belohnt wurde, da es beim 0:0 nach drei gespielten Dritteln blieb. Sogar 1:08 Minuten hatten die Niedersachsen im letzten Drittel mit zwei Mann weniger auf dem Eis überstanden und es schien als sei das Tor der Gäste unbezwingbar. Auch in der Overtime verzweifelten die Gastgeber an Travis Scott im Tor der Leinestädter, die nach 64 Minuten und drei Sekunden das kaum für möglich gehaltene wahr werden ließen. Über Patrick Köppchen und Sascha Goc kam die Scheibe zu Thomas Dolak, der mit einem Flachschuss den 1:0-Siegtreffer für die Scorpions erzielte und seinem Team damit einen kämpferisch absolut verdienten Zusatzpunkt sowie Platz drei in der Tabelle sicherte. Thomas Sabo Ice Tigers - Hannover Scorpions 0:1 (0:0, 0:0, 0:0) n.V. Tore: 0:1 Dolak (S. Goc, Köppchen - 64:03 Min. - GWG) Strafen: Nürnberg 11 + SD (Spang), Hannover 10 Schiedsrichter: Georgij Jablukov Zuschauer: 4.666 |